Telekom Kabel: 5.000 Betriebe erhalten Gigabit-Anschlüsse

Telekom Zuhause Kabel

Die Deutsche Telekom ist beim Thema Kabelausbau in Deutschland lange Zeit sehr zurückhaltend gewesen. Unter dem ehemaligen Deutschland-Chef des Konzerns, Niek Jan van Damme, wurde stattdessen das sogenannte Vectoring bevorzugt – also das Aufrüsten des Telefonnetzes.

Auch deshalb liegt die Telekom im Kabelbereich weit hinter den drei Marktführern Vodafone Kabel Deutschland, Unitymedia und Tele Columbus zurück. Unter dem neuen Deutschlandchef Dirk Wössner soll sich dies aber zumindest in einem Bereich ändern: Gewerbegebiete sollen zukünftig verstärkt über Telekom Kabel mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden.

Damit könnten dann Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde realisiert werden. Bei Privathaushalten soll allerdings auch weiterhin das Vectoring den Vorzug bekommen.

Bis November können kostenfreie Anschlüsse bestellt werden

Zeitnah will Telekom Kabel 20 Gewerbegebiete in 14 deutschen Städten mit einem Glasfaseranschluss ausstatten.

Davon könnten dann rund 5.000 Unternehmen profitieren. Dafür ist allerdings eine schnelle Entscheidung erforderlich: Nur wer sich bis Ende November für das Angebot der Telekom entscheidet, bekommt den Zugang kostenlos verlegt.

Dabei wird es sich um sogenanntes „Fiber To The Home“ handeln. Das Glasfaserkabel wird also bis in die Räumlichkeiten der Unternehmen verlegt. Auf diese Weise wird eine schnelle und störungsfreie Datenübertragung sichergestellt.

Die Unternehmen müssen allerdings nicht zwingend den teuersten Gigabit-Anschluss buchen, um Glasfaser zu erhalten. Es gibt auch einen asymmetrischen 100-MBit/s-Geschäftskundenanschluss.

Das Trenching-Verfahren soll die Kosten reduzieren

Zu den Städten, in denen Telekom Kabel Gewerbegebiete erschließt, gehören große Metropolen wie Düsseldorf und Dresden – aber auch kleinere Orte wie Wittlich und Rödermark.

In Zukunft sollen zudem noch weitere Standorte hinzukommen. Verlegt werden die nun zunächst benötigten 300 Kilometer an Glasfaserkabeln mithilfe des Trenching-Verfahrens. Dabei handelt es sich um eine neue Methode, um Tiefbauarbeiten durchzuführen.

Statt die ganze Straße zu öffnen, werden kleine Gräben in den Boden gefräst und dort die Kabel verbaut. Auf diese Weise sollen sich die Kosten für solche Arbeiten erheblich verringern lassen. Allerdings ist das Verfahren noch vergleichsweise neu und soll nun im Rahmen eines Pilotprojekts getestet werden.

Telekom Kabel wird zur Konkurrenz

Für die Mitbewerber rund um Vodafone Kabel Deutschland und Unitymedia ist der teilweise Strategiewechsel bei der Telekom keine gute Nachricht. Denn der ehemalige Staatskonzern dürfte über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um den Ausbau aggressiv voranzutreiben.

Viele potentiell lukrative Ausbaugebiete dürften daher zukünftig hart umkämpft sein. Theoretisch könnte allerdings der Endkunde von dem zunehmenden Wettbewerb profitieren. Dies gilt in diesem Fall aber logischerweise nur für Geschäftskunden, weil die Telekom im Privatkundengeschäft auf einen anderen Ansatz setzt.

Mit Telekom Entertain hat der Konzern allerdings ein Produkt im Angebot, das den Kabelnetzbetreibern auch im Fernseh-Bereich erhebliche Konkurrenz macht.

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