DSL der Zukunft – Deutsche Telekom baut Superverctoring aus

Supervectoring – so heißt bei der Telekom das Stichwort des Jahrzehnts, wenn man es, denn aus einer höheren Perspektive betrachten will. Schließlich versucht der Konzern etwa seit dem Ende der 2000er, nicht den Anschluss an die großen Kabelnetzbetreiber zu verlieren.

Daher hat man sich in den Reihen der blauen Bruderschaft auch auf einen rasanten Plan geeinigt. Spätestens bis zum Jahresende 2019 soll ein Großteil aller Anschlüsse mit der Technik arbeiten und somit wesentlich höhere Bandbreiten liefern, als dies bisher der Fall war.

Das Tempo ist durchaus als beachtlich zu bezeichnen, denn allein in den letzten sechs Wochen sind mehr als 2,3 Millionen neue Highspeed-Anbindungen entstanden, welche eine Geschwindigkeit von bis zu 250 Mbit/s liefern. Ein Ende der Maßnahmen ist noch nicht in Sicht.

Die digitale Steinzeit ist vorüber

Noch vor etwa fünf Jahren hieß das Stichwort bei der Telekom „Fiber to the Home“. Nach diesem Konzept sollten alle Haushalte direkt mit Glasfaser angeschlossen werden, sodass die letzte Meile, welche gewöhnlich über ein Kupferkabel realisiert wird, keine Einbußen bei der Geschwindigkeit mehr bedeuten würde.

Nun, von diesem Vorhaben ist man bis heute nicht abgewichen, aber man geht die Sache durchaus langsamer an. Inzwischen ist das Supervectoring das Stichwort der Zeit, denn mit diesem können entsprechend höhere Bandbreiten auch über die normalen und bereits vorhandenen Kupferleitungen in die Privathaushalte und Wohnungen gebracht werden.

Grund für das Wechseln der Strategie ist vor allem die Tatsache, dass sich das Supervectoring wesentlich leichter und kostengünstiger realisieren lässt. Es sind keine aufwendigen Erdarbeiten erforderlich, da in vielen Fällen einfach nur die Technik in den bereits vorhandenen Verteilerkästen und D-SLAMs gewechselt werden muss.

Da die meisten Routerhersteller – bei welchen auch die Telekom ihre Modelle für den Endverbraucher bezieht – die neue Technik als Standard bereits integriert haben, ist der Wechsel auf Supervectoring für das Bonner Unternehmen daher ein Leichtes. Dies erklärt auch die enorme Geschwindigkeit, mit welcher der Ausbau der Netze in den letzten Wochen betrieben werden konnte.

Gewaltige Unterschiede

In der Tat danken es die Kunden der Telekom, denn die Unterschiede zwischen den vormaligen und aktuellen Datenraten sind erheblich. Waren in einer bestimmten Region vor der Umstellung beispielsweise nur 50 Mbit/s möglich, können die User jetzt auf die doppelte Bandbreite oder gar auf das vierfache der bisherigen Leistung zurückgreifen.

So werden in einem Großteil der Republik inzwischen 250 Mbit/s offeriert. In anderen Regionen, in welchen derzeit noch das normale Vectoring verwendet wird, soll die Umstellung in nächster Zeit erfolgen, sodass auch hier ein Upgrade von bisher 100 Mbit/s auf dann 250 Mbit/s möglich sein wird.

16 Millionen Haushalte – so viele Anschlüsse kann die Telekom bisher schon mit dem neuen Supervectoring versorgen. Diese Zahlen können sich sehen lassen und zeigen deutlich, dass sich der Konzern auf seinem eigenen Weg zurück an die Spitze arbeiten möchte.

Dabei hat die Entwicklung des Standards beim ehemaligen Staatsunternehmen höchste Priorität, denn mangels eines eigenen Kabelnetzes, ist das Supervectoring der einzige Weg, den Abstand zur Konkurrenz nicht zu groß werden zu lassen.

Fokus auf Großstädte

Bei den aktuellen Modernisierungsmaßnahmen richtete man den Fokus vor allem auf Großstädte wie Berlin oder Mannheim. Allerdings sollen in den nächsten Wochen auch die Arbeiten in den ländlichen gebieten beginnen, sodass auch in diesen Bereichen massive Lücken geschlossen werden können.

Somit könnte schon bald eine Vollversorgung mit schnellem Internet im Land zur Verfügung stehen, mit welcher die Telekom durchaus einen wichtigen Schritt an Anbieter wie Vodafone herangetreten ist.

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