Die Telekom und das Glas – Der lange Weg zum Gigabit-Netz

Aktuell sieht es so aus: Die Telekom investiert Millionen von Euro in den Netzausbau und möchte schnell unzählige Kunden in der ganzen Republik mit Hochgeschwindigkeitsinternet aus der Telefondose versorgen. So zumindest war der Stand im Februar diesen Jahres.

Doch Konkurrent wie Vodafone haben nicht geschlafen, denn der aktuell vom Konzern vorgelegte Geschäftsbericht zeigt, dass das Düsseldorfer Unternehmen mittlerweile einen Großteil der Bundesbürger mit seinen Kabelangeboten erreichen kann.

Nun befindet sich die Telekom in Zugzwang, denn das Glasfasernetz wächst zwar, aber deutlich langsamer als die Kabelkonkurrenz. Dennoch möchte man schon bis Ende 2021 bis zu 20 Millionen Kunden erreichen, denn die Entwicklung zeigt, dass der normale Nutzer schon lange nicht mehr nur auf Supervectoring setzen möchte.

Kampf um die Gräben

Derzeit tobt ein Grabenkampf – nein nicht auf einem Kriegsschauplatz, aber in der Kommunikationsbranche.

Die Telekom hat in den letzten Jahren unzählige Joint Ventures abgeschlossen. Hierunter sind vor allem Strom und Wasserkonzerne, die bei ihren Erdarbeiten die Leerrohre für die Glasfasern gleich mit verlegen. Auf diesem Weg konnte das Netz um mehrere 10.000 Kilometer erweitert werden, unzählige Neuanschlüsse bei diversen Haushalten sind erfolgt.

Dennoch steht der ehemalige Staatskonzern vor einem Problem – das Wachstum geht zu langsam voran, die dringend benötigten neuen Leitungen vor allem in entlegene Gegenden, lassen sich derzeit nur auf dem Reißbrett umsetzen.

Der Grund, kaum ein Konzern ist bereit in die Infrastruktur in kleinen Dörfern oder Städte mit weniger als 1.000 Einwohnern zu investieren. Zu gering sind die Gewinnspannen, zu unwahrscheinlich ist es, dass die Einwohner die neue Technik wirklich in Anspruch nehmen. Nicht einmal die Netzversorger für Wasser und Strom, nehmen hier entsprechende Arbeiten vor.

Hybrid keine Lösung

Trotz dieser Aussichten wirbt die Telekom auf ihrem Portal für Glasfaser und stellt etwa Downloadgeschwindigkeiten in Relation zueinander. Auch der immense Upload wird angepriesen und die Parallele Nutzung ist ein Themenfeld, dass ohnehin ständig im Raum steht.

Bisher war es vor allem die Hybrid-Technik, die die Telekom vorangebracht hat. Hierbei nutzt ein Router die vorhandene DSL-Leitung und gleichzeitig das LTE Netz. Doch mittlerweile zeigt sich, dass dieser Ansatz keine wirkliche Zukunft hat.

Entweder ganz oder gar nicht heißt es bei den Kunden und diese wollen auf der einen Seite nicht das Risiko des ständigen Netzverlustes eingehen. Auf der anderen Seite sind DSL-Leitungen in den entsprechenden Regionen oftmals so langsam, dass ohnehin nur der LTE-Kanal genutzt wird.

Dieser wird ab einem bestimmten Traffic aber mit zusätzlichen Kosten berechnet. Alles in allem für die Nutzer ein schlechtes Geschäft, für die Telekom mittlerweile allenfalls eine Notfalllösung, wo nichts anderes mehr möglich ist.

Startschuss für neue Ausbauphase

Dennoch möchte man bei der Telekom nicht aufgeben. Im Februar wurde der Startschuss für eine neue Ausbauphase gegeben. Zwar wird auch hier zum Teil die Hybridtechnologie zum Einsatz kommen, dieses Mal aber auf Basis der 5G-Technologie.

Hier soll dann auch alles anderes laufen, denn man arbeite derzeit an Möglichkeiten, echte Flatrates im mobilen Datenverkehr zu offerieren. So ist man beim Unternehmen zuversichtlich, dass bis zum Jahr 2021 bis zu 20 Millionen Haushalte mit Gigabit versorgt werden können.

Hier geht es in erster Linie um einen Wettlauf mit dem großen Konkurrenten Vodaofne, der sich bis zum Jahr 2022, vergleichbare Ziele gesetzt hat.

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