Kein Erfolg via Satellit – freenet HDTV und der Abgesang einer Idee

HD – das hochauflösende Fernsehen der Privatsender, sollte eine neue Ära einläuten. Per Satellit wollte man alle Haushalte mit einem glasklaren Bild versorgen, natürlich gegen ein entsprechendes Entgelt.

Später sollte dann sogar noch 4k folgen. Doch nun ist der Traum zu Ende, ein Umstand, der eigentlich schon im vergangenen Jahr mit der Abschaltung der Plattform Diveo, absehbar war. Freenet TV nahm die kostenpflichtigen HD-Angebote nun am 5. Februar aus dem Programm.

Dabei ist dies nicht das Ende der negativen Botschaften, denn auch bei anderen Anbietern, gehen die Kunden zurück. Dies zeigt deutlich, dass dieser Verbreitungsweg von den Nutzern nicht akzeptiert wird und die veranschlagten Kosten deutlich zu hoch ausfallen. Vom Abgesang einer Idee und dem, was danach kommt.

Es ist vorbei!

Lange wurde es Prophezeit, nun ist es geschehen. Zum 5. Februar 2020 hat das zu Mediabroadcast gehörende Unternehmen Freenet TV, die HD Angebote der Privatsender, welche per Satellit ausgestrahlt wurden, aus dem Angebot genommen.

Stagnierende Kundenzahlen und damit einhergehende zu geringe Einnahmen, haben letztlich zu diesem Entschluss geführt. User, die jetzt das Portal besuchen, werden konkret darauf hingewiesen, dass die entsprechenden Tarife nicht mehr zu Verfügung stehen.

Alle Abonnenten können ihr erworbenes Guthaben aber noch bis zum Ende des Jahres aufbrauchen, sodass keine Verluste für die Nutzer im Raum stehen.

Überraschend ist diese Entscheidung allerdings nicht, denn schon in den letzten Monaten wurde lediglich das DVB-T2 Angebot beworben.

Das Satelliten-Pedant konnte zwar noch gebucht werden, tauchte in den offiziellen Flyern und Anzeigen des Unternehmens, aber nicht mehr auf. Im Gegensatz zum Satelliten-Stream hat sich die Verbreitung per DVB-T2 – also mittels terrestrischer Übertragung – als sehr Erfolgreich erwiesen.

Mehr als eine Millionen Abonnenten zählt die Datenbank von Freenet, sodass dieser Service in jedem Fall weitergeführt und ausgebaut werden soll.

Mehr Vielfalt auf dem Markt

Das es überhaupt zur Verbreitung per Satellit kam, ist der Tatsache geschuldet, dass die Privatsender einen Gegenpol zum Branchenprimus HD Plus schaffen wollten. Hier schwächeln die Kundenzahlen schon seit 2017 und bis heute musste sich das Unternehmen von einer größeren Masse an Abonnenten verabschieden.

Grund ist dabei ebenfalls der recht hohe Preis, denn die Einspeisung und die Verschlüsselungstechnik kostet den Konzern eine stolze Summe. Letzteres war auch ein Hauptgrund, warum Freenet das verlustbehaftete Geschäft dringend abstoßen wollte.

Mit Diveo war im Vergangen Jahr bereits ein weiteres Angebot dieser Art an den Start gegangen, dass wegen fehlender Kunden, aber recht schnell wieder vom Markt verschwand. All diese Fehlschläge sind ein deutliches Anzeichen dafür, dass HD über Satellit keine Zukunft hat, zumindest solange nicht, wie die Inhalte kostenpflichtig behandelt werden.

Dabei stehen Teilweise auch völlig überzogene Vorstellungen der Sendeanstalten im Raum, die es zum Beispiel Freenet TV unmöglich machten, die geforderte Mindestanzahl an Abos zu erbringen. Eine Panikreaktion auf den stagnierenden Markt, in der Hoffnung in die Welt gesetzt, dass ausreichend Druck, schon für eine genügende Zahl an Kunden sorgen würde.

Das Internet obsiegt

Auf der einen Seite geht wieder einmal eine Ära vorüber, denn mit dem Scheitern der HD-Angebote, endet auch die Hochzeit des Satellitenfernsehens in Europa, da SD von nur noch wenigen in Anspruch genommen wird.

Auf der anderen Seite hat sich das Internet als idealer Übertragungsweg erwiesen, denn Angebote wie Waipu TV zeigen sich als sehr erfolgreich und decken den Markt mit der entsprechenden Grundversorgung ab – zu deutlich geringeren Preisen, als dies bei den Satelliten-Providern der Fall ist. Daher möchte auch Freenet TV sich künftig auf das OTT-Angebot von Waipu bewerben, um weiterhin die Inhalte Streamen zu können.

Die gigabitschnelle Kommunikation übertrumpft damit die einstmals so hoch gefeierte Satelliten-Technik.

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