Preissteigerung bei DAZN – Eurosport gibt Bundesligarechte ab

August ist der Monat der Bundesliga. Doch wird diese nun nicht mehr an gewohnter Stelle zu sehen sein, zumindest nicht aus Sicht der Abonnenten von Eurosport. Seit dem 01.08.2019 werden alle Partien, die früher beim größten europäischen Sportsender übertragen wurden, nun beim Online-Streamingdienst DAZN gezeigt.

Hierbei handelt es sich immerhin um 45 Spiele, wobei auch ein umfangreiches Rahmenprogramm um die Sportevents herum entfaltet werden soll.

Doch beinhaltet der Vertrag noch weitere Optionen, denn auch Tennis-Turniere und die Olympischen Spiele können zukünftig über das Internet verfolgt werden.

Für den Kunden hat dieser Deal allerdings auch eine Schattenseite. Pünktlich zum Start des Angebotes teigen auch die Preise bei DAZN und neue Zahlungsmodelle werden eingeführt.

Ein Vertrag ohne Vorlage

Was auch immer Eurosport dazu bewogen haben mag, die Bundesliga an DAZN zu veräußern – es handelt sich um einen Vertrag ohne Vorlagen. Bisher gestalteten sich solche Verhandlungen eher so, dass eine Ablehnung des Angebotes der Fall war. Doch das ein etablierter Sender konkret an einen Konkurrenten herantritt und diesem die begehrten Übertragungslizenzen offeriert, ist zumindest in der deutschen TV-Welt ein Novum.

So hat der immer populärer werdende Streaming-Dienst nun 40 Live-Begegnungen aus der Ersten Liga im Repertoire. Allein 30 dieser Partien werden an Freitagen übertragen, während jeweils fünf auf die begehrten Sonntagbegegnungen fallen. Zudem darf der Anbieter vier Relegationsspiele zeigen und auch den Supercup muss niemand verpassen.

Allerdings erhielt Eurosport bei der Rechtevergabe durch die Bundesliga nur einen Teil der Spiele zugesprochen. Der weitaus größte Posten ging an den Konkurrenten SKY, sodass hier auch zukünftig die meisten Begegnungen zu sehen sein werden. Allerdings darf man Gerüchten zufolge davon ausgehen, dass DAZN ein umfassendes Programm um die Partien herum aufbauen wird.

Bis jetzt ist immer noch unklar, ob es vergleichbare Formate wie bei Eurosport geben wird, es darf aber damit gerechnet werden. Laut DPA die eine Stellungnahme des DAZN zitierte, diskutiere man derzeit noch intern über die genaue Konzeptionen, da die letztendlichen Vereinbarungen erst sehr kurzfristig getroffen wurden.

Der Größte der Großen

Mit dem Deal zwischen Eurosport und DAZN haben sich die Fronten auf dem TV-Markt für Sportübertragungen verändert. Zum ersten Mal ist ein reiner Online-Anbieter zum größten Live-Sport-Sender avanciert. Dies nicht allein nur in Deutschland, sonder auch in Österreich, wo das Format ebenfalls empfangen werden kann.

Nicht zuletzt die Tatsache, dass auch Begegnungen der Champions League und vieler anderer Sportligen zum Programm gehören, hat zu diesem Erfolg beigetragen. Allerdings musste man kürzlich auch einen Rückschlag hinnehmen, denn die Rechte an der Premiere League fielen wieder zurück an den großen Konkurrenten SKY.

Allerdings wird die Bundesliga nicht ganz von Eurosport verschwinden. Abonnenten des Players Kanals können weiterhin alle Spiele sehen, die auch bei DAZN übertragen werden.

Dies gehört zu Vereinbarung dazu und soll sicherstellen, dass die Kunden die das Abo in den meisten Fällen nur wegen der Bundesliga abgeschlossen haben, nun nicht in die sprichwörtliche Röhre schauen.

Auch über Amazon und HD+ werden die Partien übertragen – allerdings nicht mehr von Eurosport, sondern von DAZN direkt. Zumindest muss kein zusätzliches Abo abgeschlossen werden.

Frustrierte Fans

Dennoch erweckt der Vertrag zwischen den beiden Konzernen bei den Zuschauern einen gewissen Unmut. Pünktlich zum Start wurden von DAZN nämlich neue Preismodelle eingeführt und die allgemeinen Kosten für ein Abo deutlich erhöht.

11,99 Euro müssen die User seit dem ersten August nun zahlen, eine Steigerung von immerhin 2,99 Euro gegenüber dem alten Satz von 9,99 Euro. Allerdings kam auch ein Jahres-Abo hinzu, welches für 119,99 Euro zu haben ist. Wer dieses abschließt, der zahlt auf den Monat gerechnet weiterhin die bisherigen 9,99 Euro, kann den Vertrag aber nicht vorzeitig kündigen.

Derartige Praktiken haben schon bei anderen Anbietern in der Vergangenheit zu einem massiven Abwandern von Kunden geführt. Ob dies auch bei DAZN der Fall sein wird, bleibt abzuwarten, allerdings gebe es keine Alternativen zu diesem Schritt, wenn man den Aussagen von DAZN glauben schenken möchte.

Schließlich kämen durch die Übertragungsrechte auch deutlich höhere Kosten auf den Streamingdienst zu, die sich beispielsweise aus der Gestaltung des Rahmenprogramms ergeben würden.

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