Wachstum bei SKY, einbrechende Gewinne – Comcast veröffentlicht aktuelle Zahlen

Der amerikanische Medienkonzern Comcast hat seine aktuellen Zahlen veröffentlicht und eigentlich sollten die Anleger einen Grund zur Freude haben.

Vor allem die Werte der kürzlich übernommenen SKY Europe Gruppe lesen sich sehr erfolgreich, denn hier gibt es erhebliche Steigerungen zu verzeichnen.

Allerdings steht auch ein Wermutstropfen im Raum, denn die operativen Kosten sind in einigen Bereichen deutlich gestiegen.

Vor allem die Kosten für Sportübertragungsrechte sind in den letzten Jahren förmlich explodiert, sodass dieser Umstand noch auf eine längere Sicht zu einer Schmälerung der Freude führen wird.

Dennoch hat Comcast keinen Grund zur Klage, denn die eigentlichen Umsätze zeigen sich in einem deutlich positivem Licht.

Durchschlagender Erfolg bei hohen Gebühren

Comcast hat für das erste Quartal 2019 seine aktuellen Zahlen vorgelegt. Diese dürften sich in erster Linie für Analysten und Anleger sehr positiv lesen. Vor allem, was den neu erworbenen SKY-Europe Konzern angeht, darf man sich freuen, denn hier ist die Anzahl der Kunden auf 23,7 Millionen gestiegen, was einem Anstieg von 112.000 gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Die Zahlen sind allerdings nur für Europa belastbar, denn einzeln nach Ländern werden diese leider nicht mehr ausgelistet. Dennoch hört sich eine Steigerung von vier Prozent mehr als gut an, wenn es da nicht auch eine andere Seite der Medaille gebe.

Das Plus beim Kundenwachstum wird durch einen deutlichen Anstieg der Kosten im operativen Bereich geschmälert. Hier liegen die Ausgaben derzeit bei rund 4,1 Milliarden Dollar im Jahr, was nicht zuletzt durch die hohen Gebühren bei den abgeschlossenen Sportrechtsverträgen verursacht wird.

Allein für die Übertragungsrechte der UEFA Champions League musste der Sender im letzten Jahr enorme Preissteigerungen hinnehmen. Doch auch in Deutschland sind die Zahlungen an die Bundesliga immer weiter in die Höhe geschnellt.

Auf der anderen Seite fielen die Kosten allerdings in anderen Segmenten, sodass die gestiegenen Lizenz-Gebühren zumindest zu einem gewissen Teil aufgefangen werden.

Neue Märkte

Allerdings hat SKY auch neue Märkte erschlossen. Zwar sanken die Anteile im klassischen Abo-Geschäft um 0,4 Prozent, dafür stiegen aber die Einnahmen beim Weiterverkauf von eigenem Content wie beispielsweise den SKY Originals um mehr als Zweidrittel an. 370 Millionen Dollar mehr konnten hierdurch an Gewinn erzielt werden.

Offiziell belaufen sich die aktuellen Einnahmen auf 4,797 Milliarden Dollar, was einem leichten Rückgang gegenüber dem ersten Quartal 2018 entspricht.

Hier kam SKY noch auf Werte von etwas mehr als fünf Milliarden Euro. Insgesamt steht hier ein Verlust von 11,3 Prozent im Raum, was den Adjusted EBITA – also den Gewinn vor Zinsen, Steuern und weiteren Abgaben – auf 663 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr mit 799 Millionen Dollar senkt.

Allerdings hat Comcast dennoch keinen Grund zur Klage, denn am Ende steht ein Umsatz von 8,6 Milliarden Euro im Raum. Somit kommt Comcast im Gesamtumsatz auf einen gestiegenen Wert von 26,9 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von stolzen 17,9 Prozent entspricht.

An diesen Zahlen hat SKY einen bedeutenden Anteil, denn zum ersten Mal werden die entsprechenden Informationen im Geschäftsbericht gelistet.

Neue Pläne

Allerdings wird sich SKY doch etwas einfallen lassen müssen, denn die bisherigen Steigerungen der Kosten bei den Sportrechten können so nicht hingenommen werden. Allerdings laufen die entsprechenden Verträge noch zwei Jahre, sodass erst zu diesem Zeitpunkt neu verhandelt werden kann.

Bis dahin werden jedes Jahr rund 100 Millionen Euro zusätzlich fällig, nicht zuletzt auch wegen der hochpreisigen Champions League. Auch in Deutschland werden demnächst die Sportrechte neu verhandelt, was ebenfalls zu weiteren Preisteigerungen führen könnte.

Hier bleibt also abzuwarten, wie sich die Dinge im Laufe der Zeit entwickeln, denn immerhin ist es SKY auch gelungen, viele Spiele der englischen Nationalliga kostengünstiger zu erwerben.

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