Endgültige Entscheidung zur Übernahme von Unitymedia – Erwartet im Juli, oder doch später?

Derzeit blickt die Welt der Internetprovider gespannt nach Brüssel. In Erwartung einer Entscheidung der EU-Kommission in Bezug auf die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone, spalten sich die Meinungen.

Noch immer ist nicht wirklich klar, wann den nun eine endgültige Entscheidung fallen wird. Allerdings geht die Mehrheit aller Experten davon aus, dass diese nun im kommenden Juli getroffen werden wird.

Doch Fakten dieser Art wurden schon früher geschaffen, sodass auch hier keine absolute Sicherheit herrscht.

Dabei bewegt sich die Branche in einem Taumel aus den Erwartungen jener, die die Fusion begrüßen und den Ängsten derer, die diese strikt ablehnen.

Der Poker mit der Ungewissheit

Wenn die EU-Kommission in Bezug auf eine Entscheidung zur Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone bisher eines erreicht hat, dann ist es Unsicherheit.

Konkret sollte bereits im Mai feststehen, ob der Konzern mit Sitz in Düsseldorf nun auch die Netze in den Ländern Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland übernehmen wird, oder ob es Aufgrund von Wettbewerbshindernissen zu einer Ablehnung kommt.

Doch dieser Termin ist längst verstrichen, denn Vodafone hatte weitere Konzepte eingebracht, die nach Meinung des Unternehmens, eine Monopolstellung klar verhindern.

Die Prüfung dieser erforderte zusätzliche Zeit, wobei aber auch jene gehört werden wollten, die sich bereits mit einem entsprechenden Schriftstück an die EU gewandt hatten.

Direkt wurde von Vodafone-Chef Ametsreiter angeboten, die Netze nach der Übernahme für den Telefonica Konzern zu öffnen. Doch schon an dieser Stelle wurde die erste Beschränkung gesetzt, denn die Kunden von o2 können nicht über Gigabit-Zugänge verfügen – die bisher ausgehandelten Verträge sehen lediglich eine Maximalbandbreite von 300 Mbit/s vor.

Zu wenig in den den Augen der Kritiker, denn hier müsse eine absolute Chancengleichheit bestehen, sodass Vodafone sich die begehrten Hochgeschwindigkeitsleitungen nicht vorbehalten dürfe.

Auch die konstanten Endgelder für TV Sender wurden misstrauisch beäugt, denn bereits mit der Aussage diese nicht zu erhöhen, hätte das rote Unternehmen die Netzneutralität verletzt.

Schwere Prüfung

So liegt es nun in den Händen der EU Kommission, eine entsprechende Entscheidung zu treffen. Allerdings handelt es sich hierbei um eine schwere Prüfung, denn tausende von einzelnen Fakten sind zu beachten.

Besonders der Deutsche Markt stellt in diesem Zusammenhang eine Hürde dar, die nicht einfach zu meisten ist, denn die hiesigen Gesetze in Bezug auf den Betrieb von Kommunikationsnetzen, gehören zu den komplexesten der Welt.

Dies schenkt Sicherheit, sorgt gleichzeitig aber auch dafür, dass hoch komplexe Analysen durchgeführt werden müssen.

Allein fünfzigtausend Dokumente wurden bisher von den Mitarbeitern der Kommission gesichtet, wobei alle einen anderen Aspekt der Thematik behandeln. Hinzu kommen die diversen Schreiben verschiedener Interessengruppen, die ihr Ansinnen gewürdigt sehen wollen.

Ein bürokratischer Akt also, der wie die Übernahme selbst, als gewaltig bezeichnet werden darf. Daher ist es schon jetzt fraglich, ob der Termin im Juli tatsächlich eingehalten werden kann, denn immer noch können diverser Lobby-Vertreter Einlassungen zum Thema tätigen.

Nervenkrieg

Das Warten wird dabei zum Nervenkrieg, denn vor allem die Anleger und Investoren hätten gerne eine Gewissheit. Besonders, da Vodafone immer noch in der 5G Auktion involviert ist und auch hier massive Mengen an Kapital gebunden werden.

Auch die Kunden wollen nun endlich Gewissheit, denn schließlich geht es um ihre Anschlüsse, die Frage nach den neuen Kosten und ob sich das Ganze wirklich für sie lohnt. Vielleicht werden es alle im Juli wissen. Oder doch erst im August, oder vielleicht auch im September.

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