Vodafone beantragt Transaktion – Übernahme von Unitymedia erreicht nächste Stufe

Vodafone treibt seine Bestrebungen zur Übernahme von Unitymedia weiter voran. So wurde vom Konzern nun die Transaktion der Kaufsumme bei der zuständigen EU-Kommission beantragt. Die Eingangsbestätigung für diesen Antrag soll dem Unternehmen mittlerweile auch vorliegen, sodass es nun in die Phase der offiziellen Bearbeitung gehen kann. Sollte der Antrag von der Kommission bestätigt werden, dann könnte der eigentliche Kauf bald abgeschlossen sein.

Allerdings wird in diesem Zusammenhang nicht mit einer Entscheidung vor Dezember gerechnet – Zeit genug also, dass sich Kritiker weiterhin über den bevorstehenden Megadeal echauffieren können. Auch das Bundeskartellamt findet sich nun in der Situation wieder, dass eine eventuelle Prüfung des Vorgangs innerhalb von zwei Wochen erfolgen muss.

Der Druck wächst

In der Tat ist es so, dass der Druck sowohl für die Behörden als auch für die Konkurrenten von Vodafone weiter wächst. Durch die nun erfolgte Einreichung des Antrages zur Vornahme der Transaktion, hat der Konzern aus Düsseldorf den nächsten Schritt bei der Übernahme von Unitymedia gemacht.

Dieser Umstand versetzt allerdings auch das Bundeskartellamt in eine schwierige Lage, denn dieses hat nur noch 14 Tage Zeit, um die Prüfung des Antrages auf seine Seite zu ziehen. Allerdings wird dieser Vorgang sich nicht kurzfristig erledigen lassen, denn eine Antwort der EU-Kommission und eine Genehmigung aus Bonn kann wohl frühestens im Dezember erwartet werden.

Allerdings wird erwartet, dass das Bundeskartellamt definitiv die Prüfung des Falles übernehmen wird, denn die Übernahme ist sehr umstritten und wird vor allem von den Konkurrenten Vodafones als eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs gesehen.

Massive Konkurrenz

Hintergrund der anstehenden Prüfungen und Untersuchungen ist der Umstand, dass Vodafone durch die Übernahme von Unitymedia zu einer erheblichen Marktmacht gelangen würde. Bisher ist Unitymedia nur in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv.

Hier befinden sich auch alle Netze in der Hand des Unternehmens, sodass Vodafone in diesen Bereichen keinen Einfluss ausüben konnte, zumindest was das Kabel-Internet angeht.

Durch die Übernahme ändert sich dieser Umstand aber gewaltig, denn die Netze beider Konzerne würden verschmelzen, wodurch Vodafone nicht nur im DSL- und Mobilfunksektor umfangreiche Infrastrukturen sein Eigen nennen könnte – auch im Kabel-Bereich würde sich der Konzern dann in einer Position befinden, um vor allem kleineren Konkurrenten jede Chance zu nehmen, selbst Fuß zu fassen. Treibende Kräfte hinter diesen Bestrebungen sind in erster Linie die Telekom und O2, die jeweils ihre eigene Position und die Wahlfreiheit der Kunden gefährdet sehen.

Monopole und neue Technik

Die mögliche Monopolisierung des Marktes befürchtet auch das Bundeskartellamt und möchte den Kauf einer genauen Prüfung unterziehen. Allerdings stecken hinter diesem Vorgehen und den Bestrebungen der Telekom auch weitere Aspekte.

So stellte sich die neue Vectoring Technologie aber auch das mittlerweile großflächig eingeführte Super-Vectoring, nicht als so effektiv heraus, dass hiermit die Bandbreiten der Kabelnetze erreicht werden könnten. Da die Telekom ihre Angebote weitestgehend aber noch über konventionelle Kupferleitungen verbreitet, sieht man sich hier in einer erheblichen schwächeren Position.

Tatsächlich ist es so, dass sowohl die Telekom als auch Telefonica wohl kaum den technologischen Rückstand aufholen könnte.

Der Ausbau der DSL-Kabelnetze ist zwar beschlossen und wird mittlerweile auch umgesetzt, allerdings wird es erhebliche Geldsummen und vor allem Zeit benötigen, um auf diese Weise die Bandbreite der bereits bestehenden Kabelnetze zu erreichen.

Bald dürfte es aber Klarheit geben, denn immerhin umfasst der Deal ein Gesamtvolumen von 18,4 Milliarden Euro inklusive der Altschulden des Konzerns.

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