Ja oder nein – Unitymedia Übernahme harrt einer Antwort

In den letzten Tagen wurde viel spekuliert. Wird es nun doch zu einer Übernahme von Unitymedia durch Vodafone kommen oder muss der rote Riese als geschlagener Kämpfer vom Felde ziehen.

Intern scheint man recht überzeugt davon zu sein, dass die EU-Kommission den Deal genehmigen wird. Derzeit bereitet das Düsseldorfer Unternehmen nämlich alles dafür vor, die Strukturen von Unitymedia ins eigene Geschäft zu integrieren.

Auch Führungsposten werden neu besetzt, was ein weiteres Zeichen dafür ist, dass schon bald mit einer positiven Entscheidung gerechnet werden darf.

Hierbei werden die Zügel deutlich angezogen, sodass sich sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Kunden einiges verändern dürfte.

Der Cowboy

Wenn es dieser Tage einen Vorstandschef gibt, denn man als Cowboy bezeichnen könnte, dann ist es Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland. Straff hält er in diesen Tagen die Zügel in der Hand und dirigiert seine Herde von Angestellten und Untergebenen mit strenger Hand.

Was martialisch klingt, hat aber Methode, denn derzeit werden alle Strukturen im Konzern auf die Übernahme von Unitymedia vorbereitet.

Ein nicht unerheblicher Akt, denn ganze Abteilungen müssen umgestellt und neu organisiert werden. Schließlich muss die Buchhaltung sowie die technischen Unterlagen eines ganzen Konzerns in das eigene System integriert werden.

Auch Maßnahmen im Management zeigen, dass selbst die Führungsspitze nicht von den Änderungen verschont bleibt. So wurde bekannt, dass der derzeitige Chef des Privatkundengeschäftes, Manuel Cubero, zum 1. Juli seinen Hut nehmen wird.

Er wird ersetzt durch den 49 jährigen Andreas Laukenmann, welcher schon lange im Unternehmen tätig ist. Hintergrund ist, dass vor der Übernahme eines weiteren Kabelkonzern alle eigenständigen Vorstandsmitglieder von Kabeldeutschland entfernt werden sollen, denn schließlich wurde der Kabelanbieter bereits 2014 zusammen mit dem bereits erwähnten Cubero übernommen.

Nun wird es Zeit für einen Neustart und diesen hat Vodafone auch dringend nötig.

Der Milliardenfluss

Mehrere Milliarden Euro zahlt das Unternehmen für Unitymedia. Zusammen mit den Kosten, welcher in der 5G Auktion entstanden sein ein Paket, dass selbst für den roten Giganten nicht leicht zu schultern sein dürfte.

Allerdings erhofft man sich nun den Zugang zu millionen neuer Kunden, die aber der Fusion mit eigenen Kabelprodukten versorgt werden können. Der Beginn einer neuen Ära, welche es so noch nicht in der Republik gab.

Allerdings möchten auch andere auf diesen anrollenden Zug aufspringen, denn ein einheitliches Kabelnetz in Deutschland ist ein Novum, dass es zu nutzen gilt. So macht die EU-Kommission Vodafone genau an der erhofften Monopolstellung einen Strich durch die Rechnung, denn sie verlangt als Auflage, dass auch dritten der Zugang zum netz gewährt wird.

Ganz wie zu Zeiten der Öffnung des Telefonnetzes, als die Telekom den Markt für die heutigen Konzerne freimachen musste. Hierin sehen Experten eine echte Herausforderung für den Konzern, denn eine Drosselung darf es nicht geben. Diese würde die Netzneutralität gefährden, sodass Vodafone zwangsläufig allen Mitbewerbern die volle Bandbreite zur Verfügung stellen müsste.

Eine Chance

Natürlich schmälert dies die erwarteten Gewinne erheblich, denn wenn die Kunden eine Wahl haben, dann könnte auch ein anderer Anbieter eher die Gunst der Nutzer erringen. Dennoch sieht man auch eine Chance, die eigenen Angebote so zu verfeinern, dass es vor allem die Produkte von Vodafone sein werden, die das Interesse wecken.

Aktuellen Berichten zur Folge hat Vodafone den Bedingungen wohl inzwischen zugestimmt. Mit einer abschließenden Entscheidung wird Ende Juli gerechnet.

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