Umfrage: Kabelanbieter profitieren kaum von Umstellung auf DVB-T2

Die Umstellung auf DVB-T2 verlief Ende März weitgehend problemfrei. Für viele Zuschauer war dies allerdings mit nicht unerheblichen Kosten verbunden.

Denn in der Regel musste ein neuer Receiver angeschafft werden, um auch weiterhin ein Fernsehbild zu empfangen. Ein solcher kostet in der günstigsten Variante rund 60 Euro.

Privatsender sind zudem zukünftig nur noch gegen eine monatliche Gebühr zu sehen. Die Kabelanbieter hatten sich daher Hoffnungen gemacht, dass einige ehemalige DVB-T-Nutzer – wenn sie ohnehin zukünftig für den Fernsehempfang bezahlen müssen – die Gelegenheit nutzen, um stattdessen auf Kabelfernsehen umzusteigen.

Eine Umfrage des Instituts TNS Infratest legt nun aber nahe, dass dies bisher nur in sehr geringem Umfang geschehen ist.

Das Satellitenfernsehen profitiert am stärksten

Demnach hat mit 51,2 Prozent mehr als die Hälfte der Nutzer den Wechsel zu DVB-T2 bereits vollzogen. Immerhin 23,4 Prozent entschieden sich allerdings auf eine andere Form des Fernsehempfangs zu wechseln.

Die meisten – insgesamt 11,4 Prozent – setzen zukünftig auf den Empfang über Satellit. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass auf diese Weise die Privatsender auch weiterhin kostenfrei empfangen werden können.

Lediglich sieben Prozent der ehemaligen DVB-T-Nutzer entschieden sich, einen Vertrag bei einem Kabelanbieter abzuschließen. Ein nicht unerheblicher Teil – 16,9 Prozent – nutzte den Antennenempfang ohnehin nur für den Zweitfernseher und nutzt nun ausschließlich den bereits vorhandenen Empfangsweg.

Viele DVB-T2-Nutzer möchten kein Geld zahlen

Die hohe Zahl der Nutzer, die bereits auf DVB-T2 umgestiegen sind, ist für Freenet.tv grundsätzlich eine gute Nachricht. Die Umfrage zeigt aber auch, dass die Vermarktung der privaten Fernsehsender kein Selbstläufer wird.

Denn 41,9 Prozent der neuen DVB-T2-Nutzer gaben an, zukünftig kein Geld für Freenet.tv ausgeben zu wollen. Nach Abschluss der kostenfreien Probephase am 01. Juni 2017 können dann nur noch die öffentlich-rechtlichen Programme empfangen werden.

Auf der anderen Seite haben sich erst 36,2 Prozent konkret dazu entschieden, das kostenpflichtige Angebot von Freenet.tv zu nutzen. Rund jeder Fünfte ist zudem noch unentschieden. Freenet selbst geht davon aus, bis Ende nächsten Jahres mehr als eine Millionen zahlende Kunden zu gewinnen.

Auch Zattoo und Co verzeichnen wachsende Nutzerzahlen

In Auftrag gegeben wurde die Umfrage durch den Streaminganbieter Zattoo. Auch dieser profitiert von ehemaligen DVB-T-Nutzern: Immerhin drei Prozent der Befragten gaben an, seitdem auf den Empfang über Zattoo oder einen ähnlichen Anbieter umgestellt zu haben.

Dies zeigt sich auch bei den Zahlen, die das Unternehmen selbst veröffentlichte. Demnach ist die Menge an Stunden, in denen Zattoo auf einem Connected TV geschaut wurde seit Dezember letzten Jahres um vierzig Prozent gestiegen.

Alleine im ersten Quartal konnten zudem 300.000 neue Nutzer gewonnen werden. Davon dürften aber bei weitem nicht alle ehemalige DVB-T-Nutzer sein.

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