5G Auktion – Vorwärts im Schneckentempo

Viele hatten schon mit dem baldigen Ende der aktuell laufenden 5G Auktion gerechnet. Doch anscheinend denken die beteiligten Unternehmen noch nicht daran, zu einem Abschluss zu kommen.

Zwar bewegen sich die Gebote nur noch in einem sehr kleinen Bereich und beziehen sich lediglich auf einen Frequenzblock, doch anscheinend möchte diesen niemand so einfach hergeben.

Nach 218 Runden und Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 5,358 Milliarden Euro, hat sich der bisherige Verlauf allerdings schon mehr als rentiert, zumindest wenn es aus Sicht des Bundes und der Bundesnetzagentur betrachtet wird.

An der Reihenfolge der Bieter hat sich allerdings nicht mehr viel geändert und bis zum Ende der Auktion dürfte es hier auch keine Überraschungen mehr geben, wenn nicht doch noch der große Wurf gewagt wird.

Der Pfad der Schnecke

Wenn man in die Live Ticker der 5G Auktion schaut, ist es ruhig geworden. Irgendwie herrscht eine gespenstische Stimmung, denn mit der Verlässlichkeit eines langsam tickenden Uhrwerkes, werden immer wieder minimal erhöhte Gebote auf den letzten Frequenzblock abgegeben.

Doch niemand scheint sich zu trauen, diesen Prozess, diesen sich langsam dahinziehenden schneckenlauf gleichenden Ablauf zu beenden. Wie auch, denn die Erwartungen sind hoch und die Träume noch größer. So lange auch nur die kleinste Möglichkeit besteht, einen weiteren Block zu ergattern, so lange werden die beteiligten Unternehmen auch weiterhin bereit sein, Geld zu investieren.

Im Grunde sind die Fronten aber klar, wenn nicht doch ein Teilnehmer den großen Wurf wagt.

Unverändert seit Tagen – mit 13 Frequenzblöcken – führt die Telekom die Liste der Bieter an. Diese hat immerhin stolze 1.816,972 Millionen Euro investiert. An zweiter Stelle hat sich Vodafone mit zwölf Blöcken positioniert ist bisher bereit, für diese 1.573,034 Millionen Euro auszugeben.

Mit neun Frequenzblöcken sieht sich die O2 Telefonica auf der sicheren Seite und zahlt für diese insgesamt 1.122,967 Millionen Euro, gefolgt vom Neuling – der Drillisch AG – welche bisher 845,005 Millionen Euro für sieben der begehrten Blöcke aufgebracht hat.

Somit haben sich die Gesamtgebote am 17.04.2019 auf 5,358 Milliarden Euro eingepegelt.

Überraschung oder nicht

Doch kann zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch mit einer Überraschung gerechnet werden? Man mag vermuten, dass dem nicht so sein wird, allerdings besteht immer noch – dies haben vergangene Auktionen gezeigt – die Möglichkeit, dass es sich hier um eine genau geplante Taktik handelt. So könnte auch noch jetzt einer der Teilnehmer zum großen Wurf ausholen und mit einem massiven Gebot die anderen übertrumpfen.

Dabei ist die 1&1 Drillisch der erste Kandidat, der einem dabei in den Sinn kommt. Das Unternehmen hatt sich im Vorfeld Liquida von knapp zwei Milliarden Euro beschafft, welche noch lange nicht aufgebraucht sind. Sollte hier also doch noch ein Überraschungsgebot folgen, dann müssten die Konkurrenten zwangsläufig nachziehen.

Doch die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Vorstoß sinkt von Tag zu Tag. Der Grund dürfte der sein, dass bisher jeder in etwa das bekommen hat, was er sich von der Auktion versprach.

So hält die Telekom die meisten Frequenzblöcke und kann wie Vodafone auch, sowohl im geschäftlichen, im privatkunden und auch im industriellen Bereich Fuß fassen.

Telefonica wird es eher auf Anwendungen für Privatpersonen aber auch auf Automations abgesehen haben, sodass die bisher erworbenen Frequenzen dafür völlig ausreichend sind. Drillisch ging es in erster Linie um das Überleben der eigenen Mobilfunksparte, was durch sichere sieben Frequenzblöcke erreicht sein dürfte.

Das Ende ist nah

Auch in Branchenkreisen wird daher vermutet, dass das Ende der Auktion nah ist. Die Grenze von sechs Milliarden Euro wird wohl nicht mehr erreicht werden und selbst für 5,5 Milliarden Euro sieht es mittlerweile schlecht aus.

Zudem dürfte es im Interesse der Konzerne liegen, größere Unterbrechungen zu vermeiden, was vor allem durch die im Raum stehenden Osterfeiertage zwangsläufig der Fall wäre. Daher kommen Analysten zu dem Schluss, dass am Donnerstag, dem 18.04.2019, eventuell der letzte Tag angebrochen sein wird.

Irgendwie ein endzeitlicher Gedanke in Bezug auf ein Ereignis, auf das viele so lange gewartet hatten.

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