Dommermuths Kampf um 5G – Ein Risiko mit gutem Gespür

Der Name Ralph Dommermuth steht wie kein anderer in der Branche der Internetprovider, für den Traum vom Selfmademilliardär. Alles begann 1988 im Computergeschäft eines Freundes und endete – zumindest bisher – mit der Gründung der United Internet AG, zu welcher auch 1&1 gehört.

Dommermuth ist dabei ein Mann, der immer seinen Visionen gefolgt ist und er verfügt dabei über ein einzigartiges Gespür, welches ihn Trends vorausahnen lässt.

Ob sich dies auch beim Einstieg in 5G als Hilfreich erweisen wird, muss dabei aber die Zukunft zeigen, denn hier begibt sich der begabte Selfmaker durchaus in ein risikoreiches Terrain, welches noch nicht einmal im Ansatz ausgelotet ist.

Breitbandinternet ohne Kompromisse

Was Dommermuth schon immer angetrieben hat, war die Sehnsucht nach mehr. Zu einer Zeit als es noch keine Breitbandanschlüsse gab, träumte dieser bereits von schnellen Leitungen, über welche Videos gestreamt und soziale Plattformen mit gigantischen Datenmengen zugänglich gemacht werden könnte.

Mit dem Beginn der Nuller Jahre, entstanden genau jene Strukturen, die dies möglich machten und er selbst hatte erfolg, denn sein Angebot war bereits auf die kommenden Möglichkeiten eingestellt. Genauso soll es nun auch mit 5G geschehen – dem neuen superschnellen Funkstandard – der das Internet endgültig zu einer portablen Angelegenheit machen soll.

Doch genau hier trifft die United Internet AG auf viele Warner, die meinen, dass es sich dabei um ein reines Abenteuer handeln würde, wobei es nicht abschätzbar sei, ob sich jemals Kapital aus dem neuen Markt schlagen lassen würde. Dies musste dann auch Dommermuth am eigenen Leib erfahren.

Als vermeldet wurde, dass sein Unternehmen Vorverträge mit Partnern zum Ausbau der 5G Netze abgeschlossen hatte, fielen die Aktien des Unternehmens innerhalb von Minuten um sechs Prozentpunkte. Für Dommermuth selbst – immerhin mit 40 Prozent am Unternehmen beteiligt – bedeute dies einen Verlaust von rund 150 Millionen Euro.

Notwendiges Übel

United Internet hat allerdings nicht wirklich die Wahl, wenn es um den Ausbau der Netze mit 5G geht. Zwar riet sogar die Investment Bank Goldman Sachs dem Unternehmen von diesem „Abenteuer“ ab, allerdings muss ein großes Problem gelöst werden. Noch zehn Jahre läuft der Vertrag mit Telefonica, denn bei diesem Anbieter darf der United Internet noch bis 2029, 30 Prozent der Netze mitnutzen.

Danach ist aber ist Schluss, sodass dies für Dommermuth zwangsläufig bedeuten würde, dass er keine Mobilfunkverträge mehr anbieten könnte. Eine Verlängerung ist nicht in Sicht, denn Telefonica möchte die freigewordenen Kapazitäten ab diesem Zeitpunkt selbst nutzen.

Somit bleibt dem Konzern nichts anderes übrig, als schnellstmöglich selbst ein funktionierendes Netz zu etablieren. In diesem Zusammenhang bleibt lediglich der Ausbau mittels 5G, denn jetzt ein reines 4G Netz zu errichten, würde die Erwartungen der Kunden bei Weitem nicht erfüllen. Zudem muss Dommermuth auch noch mit anderen konkurrieren – allen voran die Telekom und Vodafone, die schon jetzt eine enorme Netzmacht besitzen. United Internet ist hier eher der Außenseiter, möchte sich nun aber als vierter Anbieter etablieren.

Ein Ende ohne Schrecken

Wenn Dommermuth wie schon in der Vergangenheit den richtigen Instinkt hat, dann könnte der Einstige in den 5G Markt zu einem großen Erfolg und zur Eigenständigkeit von United Internet am Mobilfunkmarkt führen. Insofern handelt es sich um eine Ende ohne Schrecken, denn die Türen zu einem neuen Kapitel werden aufgestoßen.

Auf der anderen Seite steht aber auch die vage Möglichkeit, dass der „Macher“ hier einem Irrtum unterlegen ist. Dies könnte zu einem Milliardenverlust führen, den auch United Internet und Dommermuth selbst nicht verkraften würden.

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