FilmFernsehFondsBayern: Sky investiert in die deutsch Filmförderung

Die Wurzeln von Sky Deutschland gehen auf den Bezahlsender Premiere des Medienunternehmers Leo Kirch zurück. Dieser startete seine Karriere als Rechtehändler für Filme und profitierte dabei vor allem von seinen Kontakten in die Vereinigten Staaten.

Dementsprechend bestand das Konzept des Pay-TV-Senders von Beginn an aus zwei Säulen: Den Sportrechten – in erster Linie Fußball – und Blockbustern aus Hollywood.

Diese waren und sind auf dem Bezahlsender deutlich früher zu sehen als im Free-TV. Anders als die später aufgekommenen Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime Video hat Premiere aber nur sehr selten auf selbst produzierte Filme und Serien gesetzt.

Früher hat Sky Serien einfach eingekauft

Damit besitzt der Bezahlsender aber in diesem Bereich auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

Denn die Hollywood-Filme werden in der Regel nicht mehr exklusiv vermarktet, sondern sind etwa auch auf den Streamingportalen zu finden. Netflix hat daher sehr früh damit angefangen, sich durch eigenen Content von der Konkurrenz abzuheben.

Der Durchbruch kam dabei schließlich durch die Serie „House of Cards“ mit Oscar-Preisträger Kevin Spacey in der Hauptrolle. Diese war in Deutschland zunächst auf Sky zu sehen.

Inzwischen ist Netflix aber auch selbst auf dem deutschen Markt vertreten und vergibt daher keine Lizenzen für seine Eigenproduktionen mehr. Sky muss sich daher nach anderen Quellen für spannende Inhalte umsehen.

Der FilmFernsehFondsBayern hat bereits zwei Sky-Serien gefördert

Tatsächlich hat der Bezahlsender daher zuletzt auch selbst angefangen, Serien in Eigenregie zu produzieren. Dazu gehören unter anderem „Babylon Berlin“, „die Grenzgänger“ , „das Boot“, „Der Pass“ und „Acht Tage“.

Die letzten beiden deutschen Produktionen wurden zudem auch durch den FilmFernsehFondsBayern unterstützt. Zu den Gesellschaftern dieser Institution gehören der Freistaat Bayern, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sowie der bayerische Rundfunk, das ZDF, RTL und ProSiebenSat.1.

Insgesamt stehen so jährlich rund 28 Millionen Euro für die Film- und Spielförderung zur Verfügung. Die Empfänger des Gelds müssen allerdings den sogenannten Bayern-Effekt erfüllen – also einen Teil des Budgets auch im Freistaat selbst investieren. Nun hat sich auch Sky erstmals finanziell an dem Fonds beteiligt.

Sky hat keinen Einfluss auf die Vergabe der Gelder

Wie der Bezahlsender bekannt gab, wird eine sechsstellige Summe zur Förderung des Nachwuchsfilms bereitgestellt. Wofür das Geld tatsächlich ausgegeben wird, steht noch nicht fest. Darüber entscheidet traditionell ausschließlich der Vergabeausschuss des Filmfonds.

Sky selbst gab bekannt, man sei gespannt, wofür die zur Verfügung gestellte Summe letztlich genutzt werden wird. Die Statements der Beteiligten sprechen zudem bereits von einer Kooperation zwischen Sky und dem Filmfonds. Es ist also davon auszugehen, dass auch zukünftig Serienprojekte gemeinsam realisiert werden.

Es ist nicht die erste Maßnahme, die Sky ergreift, um den Filmnachwuchs zu fördern. So hat das Unternehmen in der Vergangenheit unter anderem den „Sky Writers Room Fund“ ins Leben gerufen.

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