Vodafone – Der Vier Milliarden Euro Deal – wandelbare Wertpapiere für Unitymedia-Übernahme

Die Übernahme von Unitymedia zur Vodafone ist noch keine beschlossene Sache, doch scheint sich der rote Gigant aus Düsseldorf recht sicher zu sein, dass die europäischen Kartellbehörden, den Deal absegnen werden.

Dies zeigt deutlich das aktuelle Vorgehen des Konzerns, denn derzeit versucht der Provider, Kapital am Finanzmarkt zu beschaffen. Hierbei geht es um eine Summe von rund vier Milliarden Euro, welche durch in Aktien wandelbare Wertpapiere erhalten werden sollen.

Die Planung ist dabei langfristig, setzt aber voraus, dass die Fusion tatsächlich stattfindet und nicht in letzter Sekunde, doch noch von den zuständigen europäischen Kommissionen verhindert wird. Insofern geht Vodafone an dieser Stelle in großes Risiko ein – eine Finanzierung für ein vollständiges Haus, dessen Bau noch gar nicht genehmigt wurde.

Aktien für ein europäisches Netz

Einige Anleger werden in den letzten Tagen wohl gejubelt haben, denn plötzlich tauchten Wertpapiere auf, welche von Vodafone gezeichnet wurden und später sogar in Aktien gewandelt werden können. Der Emittent ist dabei der britische Mutterkonzern der in Deutschland aktiven Vodafone GmbH mit Sitz in Düsseldorf.

Das Geschäft ist dabei einfach. Vodafone verkauft offene Wertpapiere, die einen Anteilsschein darstellen, ohne dass es sich dabei um echte Aktien handelt. Das gesamte Portfolio entspricht dem hier schon genannten Wert von vier Milliarden Euro – der Kauf der Liberty Global Netze in Deutschland, Ungarn, Tschechien und Rumänien wird das Unternehmen insgesamt 18,4 Milliarden Euro kosten.

Bei den ausgegeben Wertpapieren handelt es sich um sogenannte Pflichtwandelanleihen, welche nach einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren unweigerlich in Aktien umgewandelt werden müssen. Der Verkaufserlös dieser Anleihen soll zur Finanzierung der Übernahme genutzt werden, allerdings auch in andere Projekte fließen.

Nach zwei oder drei Jahren möchte die Vodafone Group diese Anteile dann zurückkaufen, was vor allem die Anleger freuen wird, denn diese rechnen aufgrund der Übernahme, mit einer erheblichen Wertsteigerung.

Riskantes Spiel

Allerdings treibt Vodafone an dieser Stelle in riskantes Spiel, welches am Ende auch auf Kosten der Anleger ausgetragen werden könnte. Bisher haben die europäischen Kartellbehörden der Übernahme noch nicht zugestimmt – eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet. Die Anleihen lohnen sich aber nur dann, wenn der Fusion zugestimmt wird.

Dabei kann sich das Unternehmen dieser Tatsache in keiner Weise sicher sein, denn aus diversen Kreisen der EU-Wettbewerbshütter wurden bereits Bedenken angemeldet. Hinzu kommt der Umstand, dass auch entsprechende Auflagen erteilt werden könnten, was das Wachstum der Sparte deutlich eindämmen könnte. Somit würde auch der Wert der Anleihen nicht in dem Maße steigen, wie es sich die Investoren erhoffen.

Ein massiver Schaden würde allen Partein entstehen, wenn die EU die Übernahme doch noch ablehnen sollte. In diesem Fall hätte der Konzern Werte veräußert, die nur unter hohen Verlusten zurückgekauft werden könnten.

Zudem könnte es zu einem deutlichen Wertverfall kommen, denn lediglich die Tatsache, dass die Anleger mit einer erfolgreichen Fusion rechnen, treibt die Kurse derzeit nach oben.

Interventionen

Eine starke Triebfeder hinter der Kampagne gegen die Übernahme ist auch die Telekom, die ihre Marktposition deutlich gefährdet sieht. Welchen Einfluss diese durch ihren globalen Status auf die EU-Kommission nehmen kann, kann derzeit nicht wirklich gesagt werden.

Allerdings dürfte der Prozess sich nicht so einfach abhandeln lassen, wie Vodafone sich dies vielleicht erhofft hat. Dies zeigt sich auch deutlich daran, dass gerade große Investoren derzeit noch Abstand von den Anleihen halten und somit die Entwicklung in den EU-Gremien entsprechend abwarten.

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