Kundenwachstum stagniert – die Tele Columbus AG meldet unveränderte Zahlen

Die Nummer drei in der Riege der deutschen Kabelnetzbetreiber – die Tele Columbus AG mit dem Kabelanbieter PŸUR – hat nach Vodafone und Unitymedia nun auch die Zahlen für das dritte Quartal 2018 vorgelegt. Obwohl Analysten im Vorfeld gute Entwicklungen voraussagten, sehen die eigentlichen Ergebnisse aber ganz anders aus.

So blieb die Kundenzahl im Kabelbereich im Vergleich zum Vorjahr etwas konstant, wobei bei den TV-Angeboten sogar eine rückläufige Entwicklung zu verzeichnen war.

Dies stellte auch für die Tele Columbus AG eine Überraschung dar, sodass man sich nun auf eine Spurensuche begibt, welche die Hintergründe genauer beleuchten soll.

Stagnierende Vertragsabschlüsse

Es ist zwar kein schwarzer Tag für das drittgrößte Kabelunternehmen in Deutschland, aber dennoch hätten die Zahlen deutlich besser ausfallen können. So hat der Konzern das zweifelhafte Vergnügen, nun die aktuellen Zahlen für das dritte Quartal 2018 zu veröffentlichen. Auf den ersten Blick erscheint alles eigentlich hervorragend.

Immerhin konnte ein Umsatzwachstum von 3,6 Prozent vorgewiesen werden, was immerhin einer Steigerung von 127,7 Millionen Euro entspricht. Fällt der Blick dagegen auf den Nettogewinn, so kommt schon etwas mehr Ernüchterung auf. Hier konnte nur eine Erhöhung von 3,6 Millionen Euro vorgewiesen werden.

Somit erhöhten sich die Gesamteinnahmen auf 5,6 Millionen Euro im Vergleich zum davor liegenden Quartal.

Insgesamt meldete das Unternehmen 571.000 abgeschlossene Internetverträge über den Kabelanbieter PŸUR. In den vergangenen 12 Monaten vor der Quartalsabrechnung konnten also 7.000 neue Kunden in diesen Bereich gewonnen werden. Allerdings war der Abgang von Abonnenten etwa in der gleichen Größenordnung gegeben, denn bereits im selben Quartal des Vorjahres, vermeldete Tele Columbus die gleiche Anzahl an Anschlüssen.

Somit kann deutlich von einer Stagnation gesprochen werden, was somit auch die nur leichte Erhöhung der Einnahmen erklärt, welche vor allem durch die Kündigungsfristen gegeben ist. Bei den reinen Telefonangeboten gab es sogar rückläufige Zahlen – hier waren am Ende des Quartals lediglich noch 448.000 Kunden registriert.

Von Investitionen und Fernsehabgängern

Auch bei den TV-Kunden erwiesen sich die Zahlen eher als rückläufig. So viel die Zahl der Abonnenten im Vergleich zum Vorjahr um 102.000, was einem derzeitigen Gesamtkundenstamm von 2,278 Millionen Nutzern entspricht. Lediglich bei den Premiumpaketen konnte Tele Columbus zulegen, hier stiegen die Abonnenten-Zahlen um 10.000 neue Nutzer an.

Zwar ist das Unternehmen finanziell stabil, sodass Anleger sich keine Sorgen machen müssen, allerdings zeigen die aktuellen Umstände schon, dass es im Verlauf der letzten Monate wohl einige Punkte gab, die nicht ganz den Vorstellungen der Nutzer entsprachen.

Auch bedingt durch die neuen schnellen Leitungen von Vodafone und Unitymedia, dürfte es in den entsprechenden Regionen einige Wechsler gegeben haben. Tele Columbus kann derzeit Bandbreiten von bis zu 400 Mbit/s offerieren – hier sind die beiden Konkurrenten bereits einen Schritt weiter.

Somit dürfte ein Grund für die gleichbleibenden Werte in der Infrastruktur des Kabelnetzes selbst zu suchen sein. Zwar wurden in den vergangenen neun Monaten rund 124 Millionen Euro investiert, allerdings wird der Ausbau noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Vorrangig dürfte es dabei um die Installation schneller Kopfstellen gehen, sodass auch im eigenen Netz Gigabit-Geschwindigkeiten realisiert werden können.

Somit möchte man langfristig die Zahl der Teilnehmer deutlich erhöhen, denn derzeit sind etwa 3,3 Millionen Haushalte an das Netz von Tele Columbus angebunden.

Digitalisierung als Stichwort

Dabei stellt die Volldigitalisierung einen wesentlichen Aspekt des Ausbaus dar. Inzwischen wurde in weiten Teilen der Republik der analoge Empfang vollständig abgeschaltet.

Die nun frei gewordenen Kapazitäten, sollen für weitere HD-Sender und IP-Angebote genutzt werden. Schon aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen muss die Umstellung auf Digital bis zum Jahr 2019 in einigen Bundesländern abgeschlossen sein, sodass sich hier entsprechende Möglichkeiten zur erweiterten Nutzung recht schnell ergeben haben.

Sobald das gesamte Netz voll digitalisiert wurde, möchte das Unternehmen mit weiteren Angeboten und neuen Konzepten, wieder Kunden für sich gewinnen. Diese werden auch zukünftig und der Marke PŸUR vertrieben, sodass Bestands- und Neukunden sehr gespannt sein dürfen.

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