Sky vor Übernahme durch 21st Century Fox

In Europa bahnt sich eine milliardenschwere Übernahme des Pay-TV-Anbieters Sky an.
Der amerikanische Medienkonzern 21st Century Fox mit seinem Mogul Rupert Murdoch hat offiziell Interesse an einer Übernahme des Unternehmens mit Sitz im Vereinigten Königreich angekündigt.
Wird die Übernahme vollzogen, wechselt der größte Anbieter von Bezahlfernsehen in Europa seinen Besitzer. Die Folgen für die Millionen Kunden, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sind ungewiss.

Brexit sei Dank

22,1 Milliarden Euro möchte 21st Century Fox für die Übernahme von Sky bezahlen, das sind nach aktuellem Kurs rund 18,5 Milliarden Pfund.

Die Übernahme ist brandaktuell, da das britische Pfund nach dem Brexit massiv an Wert verloren hat. Der stark gefallene Kurs im Vergleich zum Dollar macht die volle Übernahme durch die Amerikaner deutlich günstiger als noch vor einigen Monaten.

Aktuell hält der US-Medienkonzern bereits 39 Prozent der Aktien von Sky. Ein erster Versuch zur Übernahme wurde schon 2011 unternommen, er scheiterte jedoch an internen Querelen bei 21st Century Fox. Ein zur gleichen Zeit öffentlich gewordener Spionageskandal innerhalb des Konzerns durchkreuzte die Pläne. Der Konzern verlor drastisch an Wert und musste sich neu strukturieren.

Die Chancen stehen nun, dank des Brexit und der Schwäche des Pfunds, deutlich besser. Ob es wirklich zum Milliardendeal kommt, wird sich Anfang Januar 2017 entscheiden. Bis zum 6. Januar müssen die Amerikaner ein verbindliches Angebot abgeben.

Konkurrenz aus dem Internet

In der Medien- und Unterhaltungsbranche steigt der Druck für die Anbieter vom klassischen Pay-TV. Die zunehmende Beliebtheit neuer Online-Dienste wie Amazon Prime Video, maxdome oder Netflix macht den Unternehmen zu schaffen. Sky konnte in Deutschland zuletzt mehr Kunden binden, international steht der Anbieter jedoch stark unter Druck.

Der Deal zwischen Sky und 21st Century Fox wäre bereits die zweite Übernahme in der Branche in den vergangenen Monaten. Erst im Oktober wurde Time Warner – in den USA der größte Konkurrent von Fox – vom US-Telekommunikationsanbieter AT&T für 109 Milliarden Dollar aufgekauft.

Bei Übernahmen in dieser Größenordnung sind Prüfungen durch das Kartellamt obligatorisch. Das dürfte auch für den möglichen Deal mit Sky gelten.

Folgen für Kunden ungewiss

Mehr als 4,2 Millionen Kunden konnte Sky in Deutschland zuletzt verzeichnen. Damit ist das Unternehmen der größte Anbieter von Bezahlfernsehen in der Bundesrepublik. Marktführer sind die Briten auch in Österreich, Irland, Italien und Großbritannien. Europaweit wurde zuletzt ein Umsatz von über 12 Milliarden Euro verzeichnet.

Welche direkten Veränderungen ein neuer Eigentümer auf das Programm von Sky hätte, ist derzeit nicht abzusehen. In Deutschland hält Sky exklusive Film- und Sportrechte, beispielsweise im Fußball, Handball und der Formel 1.

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