Unitymedia hat Interesse an den Bundesliga-Spielen von Eurosport

Den Eurosport-Player gibt es bereits seit einigen Jahren. Nie zuvor machte er aber so viele Schlagzeilen wie in den letzten Wochen. Auf die Aufmerksamkeit hätten die Verantwortlichen aber wohl gerne verzichtet.

Denn der Grund war alles andere als erfreulich: Der Player streikte ausgerechnet bei zwei Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga. Erst im Vorfeld dieser Saison hatte sich Discovery, die Muttergesellschaft von Eurosport, die Rechte an 45 Bundesligaspielen gesichert.

Zunächst wurde darüber verhandelt, auch diese Spiele im Rahmen der Sky-Plattform zu übertragen. Darüber konnte aber keine Einigung erzielt werden. Stattdessen schauten an den ersten beiden Spieltagen hunderttausende Fans in die Röhre – und erhielten als Entschädigung lediglich zehn Euro.

Eurosport sucht fieberhaft nach neuen Distributionspartnern

Der Ärger war auch deshalb so groß, weil viele Zuschauer keine andere Möglichkeit haben, als auf den Eurosport-Player zurückzugreifen. Denn im Fernsehen sind die Spiele nur über Eurosport 2 HD xtra zu sehen – wofür allerdings eine Satellitenschüssel vorhanden sein muss.

Oder anders ausgedrückt: Die Kunden der Kabelanbieter mussten auf das Angebot im Internet zurückgreifen, was dann nicht funktionierte. Die Discovery Gruppe geriet aufgrund dieser technischen Probleme enorm unter Druck und arbeitet fieberhaft an einer Lösung. Ein möglicher Ansatz: Die Ausstrahlung der Spiele über die kostenpflichtigen Pakete der Kabelnetzbetreiber.

Ein Konzernsprecher bestätigte nun: Es laufen Verhandlungen mit allen denkbaren Distributoren. Dem Vernehmen nach hat insbesondere Unitymedia Interesse an einer Zusammenarbeit.

Unitymedia war früher bereits im Fußballgeschäft aktiv

Eine gewisse Affinität zum Thema Fußballübertragungen ist in jedem Fall vorhanden: Ende 2005 sicherte sich der Bezahlsender Arena völlig überraschend die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga.

Der Pay-TV-Sender wiederum war eine hundertprozentige Tochter von Unitymedia. Nach nur einem Jahr wurde das Experiment allerdings wieder beendet und die Rechte an den Spielen per Sublizenz an Premiere verkauft. Dennoch konnte dieses Kapitel der Unternehmensgeschichte nur mit einem großen Verlust abgeschlossen werden.

Nicht ausgeschlossen aber, dass Unitymedia nun einen zweiten Anlauf wagt – diesmal allerdings mit deutlich kleineren Schritten beginnt. Einfach dürften die Verhandlungen mit Discovery aber nicht werden: Der Konzern investierte rund 70 Millionen Euro in die Übertragungsrechte und will diese nun wieder hereinholen.

Steht die Zentralvermarktung vor dem Aus?

Perspektivisch könnte sich auf dem Markt für Fußball-Übertragungsrechte zudem eine komplette Revolution abspielen. Denn das Bundeskartellamt spielt bei der Vergabe eine immer größere Rolle.

So konnte Discovery die Rechte nur erwerben, weil die Kartellwächter eine Komplettvergabe an Sky von vorneherein ausgeschlossen hatte. Sollte dieser Druck zukünftig noch größer werden, könnte die Deutsche Fußball Liga (DFL) darüber nachdenken, komplett aus der Zentralvermarktung auszusteigen. Dann würden die Spiele der einzelnen Vereine separat vermarktet.

Wodurch dann auch die großen Kabelanbieter wie Vodafone Kabel Deutschland, Tele Columbus und Unitymedia zu potentiellen Bietern werden könnten.

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