Kundenanstieg im Kabelbereich – Vodafone Deutschland legt Quartalsbericht vor

Mit Spannung wurde der aktuelle Quartalsbericht von Vodafone erwartet. Im Vorfeld stand dabei nur eines sicher fest – Verluste hatte der Konzern in keinem Fall zu verbuchen. So erwies sich dann auch die Kabelsparte als die ertragreichste Sektion des gesamten Geschäftsfeldes, denn hier konnte gleich eine Steigerung um 69.000 Kunden erreicht werden.

Dies ist vor allem den gigabitschnellen Anschlüssen zu verdanken, die in den letzten Monaten vom Unternehmen in die Tat umgesetzt und in vielen Regionen bereits aktiviert wurden.

Anders sieht es hingegen im Mobilfunkbereich aus, denn trotz der Umrüstung auf 5G, schneit die Ära der Prepaidkarten langsam ihrem Ende entgegen zu gehen.

Wir sind Kabel

6,735 Millionen – mit dieser Zahl mussten sich alle Analysten nun auseinandersetzen, den Vodafone hat seine Quartalszahlen vorgelegt. Dabei handelt es sich bei diesem Wert um nichts weiter als die Steigerung an Neukunden, die im Festnetzbereich hinzugekommen sind. So erweisen sich die Umsätze im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 dann auch als entsprechend solide.

Bei den Festnetzanschlüssen konnte eine Umsatzsteigerung von 3 Prozent erzielt werden. Konkret handelt es sich dabei um 64.000 neue Kabel-Internet Nutzer.

Auf DSL entfielen lediglich 5.000 Vertragsabschlüsse, was deutlich zeigt, dass die hohen Bandbreiten sehr gefragt sind. Somit zeigt sich ein weiterer starker Aspekt für die Übernahme von Unitymedia im kommenden Jahr, denn hierdurch könnte die Marktmacht enorm gesteigert werden.

Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Nutzer zum Kabelinternet wechseln. Derzeit können in 30 Prozent des Netzes von Vodafone Gigabit-Geschwindigkeiten erreicht werden. Demnächst soll es sogar fast flächendeckend möglich sein, diese Bandbreite zu erreichen. Geplant ist, dass bis zum Jahre 2020 bis zu Zwölf Millionen Haushalte mit dieser Geschwindigkeit versorgt werden können.

Ein Rückgang wurde allerdings bei den TV-Kunden festgestellt, was vermutlich an der verstärkten Nutzung von Streamingdiensten liegt, mit denen das eigene Programm selbst zusammengestellt werden kann.

Aufladen war Gestern

An einer anderen Front zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Im Mobilfunkbereich – immerhin noch ein wesentliches Kerngeschäft des Unternehmens – sackten die Kundenzahlen um rund 204.000 im Vergleich zum vorherigen Quartal nach unten. Derzeit versorgt Vodafone also rund 29,692 Millionen Menschen in seinem Mobilfunknetz.

Der Rückgang bezieht sich allerdings nur auf Prepaidkarten, denn diese werden nur noch vergleichsweise wenig gebucht. Auch bei anderen Anbietern lässt sich ein ähnlicher Trend verfolgen. Grund hierfür dürfte die Tatsache sein, dass massiver Traffic nur mit einem Vertrag möglich ist und das ständige Nachbuchen in den Prepaid-tarifen nicht mehr wirklich gewünscht ist.

Somit konnte auf der Gegenseite – bei den Vertragskunden – dann auch ein deutlicher Anstieg von 208.000 abgeschlossenen Laufzeitverträgen verbucht werden.

Derzeit verdient der Konzern somit rund 16 Euro an jedem Mobilfunkkunden und die Zahlen steigen weiter. Dies dürfte nicht verwunderlich sein, denn mit rund 47 Millionen ausgegebenen SIM-Karten im abgelaufenen Quartal, konnte ein neuer Höchstwert erzielt werden.

Nicht zuletzt ist dies auch dem massiven Ausbau der 5G Netze zu verdanken. Intern wird gar angegeben, dass inzwischen 90 Prozent des Netzes diesen Standard unterstützen würden. Hinzu kommen weitere 1.000 neuerrichtete LTE Zugangspunkte, was eine fast flächendeckende Versorgung der gesamten Republik bedeutet.

Solide Zahlen auf dem Weg in die Zukunft

Somit legte das Düsseldorfer Unternehmen dann auch solide Zahlen in Geld vor. Der Umsatz wurde mit 1,046 Milliarden Euro im Festnetzmarkt und auf 1,564 Milliarden Euro in der Mobilfunksparte festgelegt.

Thomas Ametsreiter – Chef von Vodafone Deutschland – zeigte sich demnach auch zufrieden und betonte nochmals, dass allein in den letzten sechs Wochen 3,5 Millionen neue Gigabit-Anschlüsse hergestellt wurden. Ein Tempo, dass das Unternehmen in jedem Fall beibehalten möchte.

Die vorgelegten Werte zeigen, dass auch mit Hinblick auf die Übernahme von Unitymedia, alle Zeichen nicht positiver sein könnten. Die Zukunft des Internets könnte in Deutschland demnach Vodafone heißen, denn kaum ein anderes Unternehmen bringt derart schnell seine Innovationen auf dem Markt.

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