Unitymedia hat die netzweite Analogabschaltung erfolgreich abgeschlossen

Als erster Kabelnetzbetreiber in Deutschland hat Unitymedia die Abschaltung der analogen Kabelanschlüsse in Angriff genommen. Seit dem 11. Juli 2017 empfangen sämtliche Kunden des Konzerns in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg ausschließlich digitales Fernsehen.

Vorausgegangen war ein technischer Kraftakt, der in insgesamt fünf Abschaltungswellen zwischen Anfang Juni und Mitte Juli organisiert wurde. Für einige Kunden ging die Umstellung allerdings auch mit einer bösen Überraschung einher. Denn wer noch über ein altes TV-Gerät verfügte, saß unter Umständen vor einem schwarzen Fernseher.

Unitymedia hatte aber bereits im Vorfeld durch großflächige Informationskampagnen versucht, die Kunden auf die Problematik hinzuweisen.

Unitymedia sortiert auch die Frequenzbelegung neu

In einem abschließenden Fazit zeigte sich der Kabelbetreiber mit dem Ablauf der Abschaltung der Analoganschlüsse sehr zufrieden. Firmenchef Lutz Schüler sprach sogar davon, sein Unternehmen habe TV-Geschichte geschrieben.

Das Ende des analogen Fernsehempfangs ist notwendig, um zusätzliche Kapazitäten für den neuen Kabelstandard Docsis 3.1 zu schaffen. Letztlich sollen so eine größere Sendervielfalt, mehr HD-Programme und schnelleres Internet ermöglicht werden.

Unitymedia nutzt die Gelegenheit zudem für eine Neusortierung der Frequenzbelegung: Die digitalen TV-Programme werden auf eine tiefere Frequenz verlegt.

Kunden müssen daher unter Umständen noch einmal einen Sendersuchlauf starten und die Favoritenliste aktualisieren. Ob dies tatsächlich notwendig ist, hängt vom genutzten Fernseher ab.

Der Konzern konnte 32.000 neue Internetkunden gewinnen

Bisher ist nicht bekannt, wann die anderen großen Kabelnetzbetreiber Vodafone Kabel Deutschland und Tele Columbus die komplette Analogabschaltung in ihren Netzen in Angriff nehmen wollen.

Unitymedia hat die Aktion jedenfalls offensichtlich nicht geschadet: Der Konzern konnte seinen Umsatz im zweiten Quartal auf stolze 596 Millionen Euro erhöhen.

Da Unitymedia allerdings nur eine Tochtergesellschaft des US-Konzerns Liberty Global ist, wurden keine Angaben über die Höhe des Gewinns gemacht. Zumindest war aber ein Kundenzuwachs zu verzeichnen: Im zweiten Quartal konnten 32.000 neue Internet-Kunden gewonnen werden. Insgesamt nutzen damit nun 3,4 Millionen Haushalte das Internet über den Kabelanschluss von Unitymedia.

Zehn Prozent der Neukunden setzen auf 400 Mbit/s

Interessant ist zudem auch, dass bei Neukunden die Nachfrage nach schnellen Anschlüssen steigt. Immerhin 81 Prozent der neuen Verträge sehen Übertragungsgeschwindigkeiten von 120 Mbit pro Sekunde oder mehr vor.

Immerhin zehn Prozent entschieden sich sogar für die Maximalgeschwindigkeit von 400 Mbit/s. Die Abschaltung des analogen Fernsehempfangs scheint also ein wichtiger Schritt gewesen zu sein, um die Kundennachfrage nach schnellem Internet noch besser bedienen zu können.

Allerdings befördert die Preispolitik von Unitymedia auch ganz bewusst die Vermarktung von schnellen Anschlüssen – diese sind also im Verhältnis günstiger als Verträge mit niedrigeren Übertragungsgeschwindigkeiten. Damit steht der Konzern aber nicht alleine da.

Auch die Wettbewerber Tele Columbus und Vodafone Kabel Deutschland gehen ähnlich vor.

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