Unitymedia will zeitnah weitere Gigabit-Städte erschaffen

Anfang nächsten Jahres ist es soweit: Bochum wird dann zur ersten Gigabit-Stadt in Deutschland. Was recht futuristisch klingt, hat einen einfachen Hintergrund: Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia wird dort dann flächendeckend den neuen Standard Docsis 3.1 zum Einsatz bringen. Damit sind dann im Download Übertragungsgeschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde möglich.

Der Kabelbetreiber zeigt sich zuversichtlich, ausreichend zahlende Kunde für diese ultraschnellen Internetzugänge finden zu können. Dieser Optimismus beruht auch auf konkreten Zahlen: Schon heute besitzt jeder zehnte Nutzer einen Anschluss mit der aktuellen Höchstgeschwindigkeit von 400 Mbit/s.

Nach Abschluss der Arbeiten in Bochum sollen daher zeitnah weitere Städte aufgerüstet werden. Dies gab Wolf Osthaus, Mitglied der Geschäftsführung von Unitymedia, in Berlin bekannt.

Docsis 3.1 bietet Potential für bis zu 10 Gbit/s

Theoretisch können mit dem neuen Standard Docsis 3.1 sogar Geschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde erreicht werden. Dafür müssen aber alle aktiven – also im Wesentlichen die Verstärker – und passiven – die Splitter und Tabs – Komponenten im Kabelnetz ausgetauscht werden.

Dies ist vergleichsweise kosten- und zeitintensiv, weshalb sich die deutschen Kabelnetzbetreiber zunächst dagegen entschieden haben.

Um nach der Umstellung auf Docsis 3.1 zumindest einen Gigabit sicher anbieten zu können, sind zwei Maßnahmen notwendig: Die einzelnen Netzsegmente müssen verkleinert werden und durch die Abschaltung des analogen Fernsehens müssen zusätzliche Übertragungskapazitäten freigelegt werden.

Durch die Abschaltung des analogen TV-Signals werden Kapazitäten frei

Letzteres hat Unitymedia bereits erfolgreich in Angriff genommen. Die großen Konkurrenten Tele Columbus und Vodafone Kabel Deutschland haben diesen Schritt hingegen noch vor sich. Die Umstellung selbst verlief bei Unitymedia weitgehend problemlos.

Allerdings kam es beim anschließend notwendigen Sendersuchlauf zu erheblichen Problemen: Bei einigen Kunden wurden Sender gar nicht mehr gefunden oder fälschlicherweise als verschlüsselt angezeigt. Inzwischen erwägt Unitymedia die betroffenen Nutzer zu entschädigen.

Nach der Abschaltung des analogen TV-Signals wird die Bandbreite des Frequenzspektrums nun nur noch für DVB-C, Video-on-Demand, den Kabelstandard Docsis 3.1 und das UKW-Radio benötigt. Dadurch können zum einen mehr HD-Sender gezeigt werden, zum anderen werden aber auch höhere Internetgeschwindigkeiten realisiert.

Unitymedia ist aktuell in drei deutschen Bundesländern vertreten

Details zu den geplanten weiteren Gigabit-Städten wurden bisher noch nicht bekannt gegeben. Der Unitymedia-Manager sprach lediglich davon, dass es relativ schnell weitergehen würde.

Es liegt allerdings auf der Hand, dass die Städte in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg liegen werden.

Denn nur dort ist Unitymedia aktuell mit einem eigenen Kabelnetz vertreten. In jedem Fall soll durch hohe Investitionen in die vorhandene Infrastruktur sichergestellt werden, dass die Kunden die versprochene Bandbreite auch zu jeder Zeit erhalten. Verbraucherschützer hatten immer wieder kritisiert, dass die Internetanbieter mit hohen Geschwindigkeiten werben – diese dann dem Kunden aber nur selten zur Verfügung steht.

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