Abschied von einer Ära – Die analogen Kabelnetze werden endgültig zu Grabe getragen

Es mag wie ein Schock gewesen sein, als viel Bewohner ländlicher Regionen nach dem Urlaub nach Hause kamen und plötzlich auf dem Fernsehbildschirm nichts anderes als gähnende Leere vorfanden. Auch der Radioempfang über Kabel war plötzlich verschwunden, als hätte es das Signal nie gegeben.

Natürlich handelte es sich hier nicht um einen Fehler, vielmehr wird die Abschaltung der analogen Übertragung im deutschen Kabelnetz, immer schneller voran getrieben.

Vodafone ist dabei in seinen Netzen einer der Hauptakteure und so waren es auch die Anschlüsse jener Vodafone-Kunden, die plötzlich ihren altgewohnten Dienst versagten. Doch bringt die Zukunft?

Langfristig angekündigt

Die Abschaltung der analogen Frequenzen im Kabel sollte eigentlich niemanden mehr überraschen. Die Abschaltung wurde schon langfristig angekündigt und schrittweise durchgeführt.

Dennoch scheint es viele Menschen zu geben, die bisher nicht darauf vorbereitet sind, wie die Störungsabteilung von Vodafone erstaunt feststellte. Nach der Abschaltung verstärkte sich die Anzahl der Anfragen am Kundendienst vor allem aus ländlichen Landkreisen wie Dillingen.

Hier scheint die Info nicht nachgekommen zu sein, dass alle analogen Sender bis Ende 2018 ihren Dienst einstellen werden. Die Verantwortlichen im Konzern brachte dies schon zum Denken, denn schließlich sagen aktuellen Statistiken, dass noch jeder zwanzigste Deutsche analoge Empfangs- und Decodiertechnik verwendet.

Doch damit ist nun endgültig Schluss, denn das Jahr 2018 bewegt sich auf sein letztes Quartal zu und in diesem werden dann auch bei Vodafone die letzten analogen Sender weichen müssen.

Andere Anbieter haben hier noch etwas mehr Geduld, sie wollen das Signal genau zum Ende des Jahres kappen. Doch Vodafone benötigt die hier frei werdenden Frequenzbänder unbedingt für die Steigerung der Netzgeschwindigkeiten im Internetbereich, sodass man im Konzern etwas schneller denkt.

Vielleicht doch ein wenig zu schnell für so manchen Kunden, doch sicher ist, die Ära der analogen Programme ist beendet.

Entscheidung durch Gesetzgeber

Es waren nicht etwa die Anbieter wie Vodafone, die die Abschaltung beschlossen haben, wenngleich ihnen dies natürlich zu gute kommt. Im Bayern, dort wo der Landkreis Dillingen gelegen ist, besagt das bayrische Telemediengesetz beispielsweise, dass bis zum 01. Januar 2019 alle Kabelanlagen ausschließlich mit digitaler Technik betrieben werden sollen.

Dieser Schritt soll dazu dienen, einen einheitlichen Standard in der Branche zu schaffen, denn bisher beißen sich die Schnittstellen der Netze immer dann, wenn analoge Technik auf moderne digitale Standards trifft.

In anderen Bundesländern sieht es nicht anders aus, denn bis zum neuen Jahr sollen alle Kabel-Techniken einer gemeinsamen Norm entsprechen. Dies soll vor allem Transparenz für die Kunden schaffen und die Besorgung entsprechender Empfangstechnologie vereinfachen.

Da diesen Weckruf aber noch nicht alle gehört zu haben scheinen, sollen nun neue Kampagnen die Menschen darauf hinweisen. Somit soll nach der Abschaltung niemand mehr vor einer schwarzen Bildröhre oder leisen Lautsprechern sitzen.

Allerdings bleibt an dieser Stelle auch ein kleiner Wermutstropfen, denn eine Ära neigt sich dem Ende entgegen. Seit mehr als 80 Jahren hat das analoge Signal die Informationen in die Haushalte gebracht und es war maßgeblich dafür verantwortlich, dass aus den heutigen Netzen das wurde, was sie sind.

Bleibt für alle, die diese Zeiten nicht missen möchten noch ein kleiner Trost – das analoge Antennenradio wird auch noch auf viele Jahre zur Verfügung stehen.

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