Neue Gigabit-Kooperation – O2 und Tele Columbus schließen langfristigen Vertrag

In der Geschichte der Netzprovider ist O2 die meiste Zeit als Anbieter von Handyverträgen bekannt. Später kam dann auch die DSL-Sparte hinzu, die mittels VDSL nun auch Anschlüsse mit einer Bandbreite von bis zu 250 Mbit/s liefern.

Doch ein großes Angebot, ein bestimmter Baustein im Sortiment hatte bisher noch gefehlt. Glasfaser und Gigabit-Anschlüsse schienen lange in weiter Ferne zu liegen.

Nun jedoch wurde der nächste große Schritt gemacht, denn vor Kurzem schloss das Unternehmen einen Vertrag mit dem Kabelnetzbetreiber Tele Columbus ab.

Dieses Joint Venture ermöglicht O2 somit den Zugriff auf das gesamte Netz des Unternehmens, wobei unter eigenem Label entsprechende Verträge verkauft werden können. Auch Tele Columbus begrüßte den Vertragsschluss als Neuorientierung.

Lange Vorbereitungen

Kabel-Internet ist der Standard der Zeit. Hier möchte O2 als Netzbetreiber natürlich nicht zurückstecken, doch bisher fehlte dem Unternehmen einfach der Zugang zu den entsprechenden Strukturen. Dies hat sich seit dem 30. Oktober nun aber geändert.

Nach langen Verhandlungen konnten sich die Telefonica Deutschland und der Kabelnetzprovider Tele Columbus einigen. Somit erhält das Unternehmen nun vollen Zugriff auf die Infrastruktur des Anbieters und kann im gesamten Netz eigene Verträge offerieren.

Damit erreicht O2 rund 2,3 Millionen Haushalte, die an das Netz von Tele Columbus angeschlossen sind.  Damit erreicht die Telefonica nun einen Status, um welchen sie viele Konkurrenten beneiden werden.

Durch den Vertragsschluss kann O2 die größte Breitbandabdeckung aller Provider offerieren. Dabei verfügt der Konzern allerdings nur über wenige eigene Infrastrukturpunkte.

Das Konzept setzt vor allem auf Kooperationen mit anderen Netzbetreibern, sodass O2 auch Verträge mit der Telekom und zum Teil mit Vodafone unterhält. Genau dieses Netzwerk sei die ideale Struktur, um weitere innovative Angebote und Services bereitzustellen, ließ ein Sprecher von Telefonica verlauten.

Doch nicht der Handynetzbetreiber ist erfreut über die neue Entwicklung, auch Tele Columbus sieht sich in einer hervorragenden Position.

Neue Chancen

Tele Columbus sieht die Öffnung der Netze als einen Meilenstein. Durch die neuen Verträge möchte man sich am Markt repositionieren.

Zugleich sorgen die neuen Wholesale-Umsätze dafür, dass dringend benötigtes Kapital in die Kassen gespült wird. Dieses soll dafür verwandt werden, den Glasfaserausbau deutlich zu beschleunigen und das Netz im Allgemeinen zu erweitern.

Durch diesen Schritt würden vor allem die wohnungswirtschaftlichen Kunden profitieren. Aber auch die Infrastrukturdienstleister könnten sich auf eine bessere Stabilität der eigenen Angebote verlassen, so Tele Columbus Chef Timm Degenhardt.

Allerdings hat der Vertrag mit O2 auch andere Hintergründe. Vor allem die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone führte dazu, dass beide Vertragspartner dringend nach einer Erweiterungsmöglichkeit ihres Einflussgebietes gesucht haben.

Zwar unterhält O2 auch einen Vertrag mit Vodafone, allerdings sind die Konditionen in diesem deutlich strikter, denn hier darf das Unternehmen nur Bandbreiten von bis zu 400 Mbit/s schalten. Somit kommt das Arrangement beiden Beteiligten zugute, denn es sei eine Win-Win-Situation.

Tarife in Kürze erwartet

Noch findet sich auf den Internetseiten von O2 kein entsprechendes Angebot. Dies dürfte sich allerdings bald ändern.

Derzeit sind noch interne Formalitäten zu klären. Wer jetzt schon Interesse hat, kann bei O2 allerdings eine Anfrage per Mail stellen oder sich an den Kundenservice wenden. Hier kann Auskunft gegeben werden, ob man sich im Einzugsgebiet befindet und wann mit den ersten offiziellen Tarifangeboten gerechnet werden darf.

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