Abschied von beliebten Kanälen – Unitymedia stellt die Übertragung von SF1 und 2 ein

Das Schweizer Grenzgebiet ist nicht nur für jene interessant, die im Nachbarland eine vermeintliche Steueroase vermuten, sondern auch für Unitymedia.

Bisher konnte der Kabelanbieter hier nämlich die Programme SF1 und SF2 der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) per DVB-T abgreifen und in seinem eigenen Netz zur Verfügung stellen.

Doch zum 03. Juni findet diese Übertragung nun ein Ende, denn die Sender werden vom SRG nicht mehr zur Verfügung gestellt.

Somit entfällt für alle Kunden des Unternehmens der Empfang des sehr geschätzten TV-Programmes, denn eine Alternative steht nicht zur Verfügung.

Ein Abschied für immer

SF1 und SF2 – diese Sender in der Schweiz das, was in Deutschland der ARD und das ZDF sind.

Allerdings wird das Programm dieser Kanäle deutlich mehr geschätzt, denn angefangen bei interessanten Dokumentationen bis hin zu Fernsehfilmen und sogar dem Einen oder anderen Hollywood-Blockbuster, wird hier eine sehr ausgewogene und interessante Mischung offeriert.

Besonders jene die Grenzregion leben, wählen Kabelfernsehen von Unitymedia vor allem wegen dieser Sender, die sie ansonsten nicht empfangen könnten.

Doch genau dieser ach so wichtige Grund entfällt nun, denn zum 03. Juni 2019 wird die Ausstrahlung der Kanäle im Kabelnetz des Providers eingestellt.

Der Grund liegt nicht an Differenzen zwischen der Sendeanstalt und Kabelunternehmen, sondern schlicht und ergreifend darin begründet, dass einer der größten Kabelklauaktionen der Geschichte ein Ende findet.

Dies mag zwar sehr hart klingen, aber nichts anders hat Unitymedia in den Jahren, in denen das Programm empfangen werden konnte, mit Duldung der ausländischen Betreiber getan.

Fatale Umstellung

Bis zum 03. Juni sendet der SRG die beiden Kanäle noch über das terrestrische Format DVB-T.

Doch just an diesem Tag findet in der Schweiz die flächendeckende Abschaltung des Standards statt. Als Grunde werden Kostenerwägungen genannt, wobei die Schweizer, anders als die Deutschen, niemals den DVB-T2 HD standard eingeführt haben. Damit endet das terrestrische Fernsehen im Alpenland.

Gleichzeitig aber auch die Übertragung von Unitymedia, denn diese hatten das Signal bisher über die Hubs in Freiburg, Lörrach, Offenburg und weiteren Städten empfangen.

Das Prinzip dahinter ist nicht neu – Overspill wird es genannt – und war schon zu Analogzeiten bekannt, denn nur mit dieser Technik konnten ausländische Programme in Deutschland gesendet werden. Durch die Abschaltung von DVB-T im Grenzgebiet ist dies aber nun nicht mehr möglich.

Für den Kabelnetzbetreiber Unitymedia ist daher das Ende von DVB-T in der Schweiz eine fatale Umstellung, da die Kunden nun auf die beliebten Sender verzichten müssen.

Keine Alternative

Zudem gibt es auch keine Alternative, denn dem SRG ist es rechtlich verboten, Smartcards für die Entschlüsselung der auch über Satellit verbreiten Kanäle, an im Ausland ansässige Personen oder Gesellschaften jeder Art zu vergeben.

Ein Lizenzabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland, welches dies ermöglichen würde gibt es nicht, sodass die Kunden am 03. Juni bei Unitymedia faktisch in die Röhre gucken.

Derzeit informiert der Anbieter bereits über Laufbänder zur Primetime über die Abschaltung.

Allein der gewählte Zeitpunkt der Ausstrahlung des Informationsbandes zeigt, wie wichtig die beiden Sender für das Portfolio des Unternehmens waren.

Größere befürchtet man natürlich nicht, aber dennoch geht ein Stück Fernsehgeschichte vorüber, denn die Sender konnten seit bestehen – auch schon zu Zeiten des analogen Antennenfernsehens – über die Grenze hinaus empfangen werden.

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